Wie viel Medienberichterstattung brauchen Sie für einen Wikipedia-Artikel?
Wikipedia schreibt keine feste Anzahl an Quellen vor. In der Praxis sollten Sie bei eindeutigen Fällen mit drei bis fünf umfangreichen, unabhängigen Beiträgen rechnen, bei Grenzfällen oder umstrittenen Themen, die wahrscheinlich in eine Löschdiskussion geraten, mit zehn oder mehr. Was als „umfangreich“ gilt, ist eine Qualitätsfrage: Jeder Beitrag muss sich direkt und ausführlich mit dem Thema befassen und darf es nicht nur beiläufig zitieren oder erwähnen.
Wikipedia nennt keine Mindestzahl an Quellen als Relevanzkriterium, weil der Maßstab qualitativ und nicht quantitativ ist. In der Richtlinie heißt es: „Es gibt keine feste Anzahl erforderlicher Quellen, da sich Quellen in Qualität und Tiefe der Berichterstattung unterscheiden, doch werden im Allgemeinen mehrere Quellen erwartet.“ Erfahrene Autoren und Prüfer von Löschdiskussionen orientieren sich an informellen Schwellenwerten, die Ihnen als Planungsgröße dienen können.

Richtwerte nach Fallart
| Fallart | Informeller Richtwert | Warum |
|---|---|---|
| Eindeutige Fälle (etabliertes Unternehmen, bekannte Führungskraft, breit berichtetes Thema) | 3 bis 5 umfangreiche Beiträge | Genügt, um zu zeigen, dass das Thema in unabhängigen Medien direkt und ausführlich behandelt wurde, sodass keine eigene Recherche nötig ist, um Inhalte daraus abzuleiten |
| Grenzfälle oder umstrittene Fälle (neuere Organisation, Nischenthema, umstrittene Relevanz, frühere Löschung) | 10 oder mehr umfangreiche Beiträge | In Löschdiskussionen sind mehr Belege nötig; Autoren, die für den Erhalt des Artikels plädieren, brauchen mehrere Belege, um Skeptiker zu überzeugen |
Was „umfangreich“ bedeutet
Die Anzahl der Beiträge zählt nur, wenn jede Quelle Wikipedias Qualitätsanforderungen erfüllt. Ein Beitrag gilt als umfangreich, wenn er:
- das Thema direkt und ausführlich behandelt, nicht als beiläufiges Zitat in einem themenfremden Beitrag, nicht als kurze Erwähnung in einer Liste
- redaktionell unabhängig ist, also keine Pressemitteilung, kein gesponserter Inhalt, keine native Werbung, nicht die eigene Website des Artikelgegenstands und keine Agenturmeldung zu einer Unternehmensankündigung
- aus einer zuverlässigen Sekundärquelle stammt, also einer Publikation mit professioneller redaktioneller Kontrolle, Faktenprüfung und einem Ruf für Genauigkeit (etablierte Tageszeitungen, redaktionell unabhängige Fachpublikationen mit Faktenprüfern, Bücher etablierter Verlage)
- genug Substanz liefert, um enzyklopädische Inhalte daraus zu verfassen, denn Wikipedias Maßstab lautet: „Erhebliche Berichterstattung behandelt das Thema direkt und detailliert, sodass keine eigene Recherche nötig ist, um den Inhalt zu extrahieren.“
Zwei Faktoren, die den Wert Ihrer Quellen beeinflussen
Neben der Anzahl berücksichtigen Autoren zwei weitere Aspekte:
- Zeitspanne. Eine Häufung von Artikeln aus einer einzigen Berichtswelle wiegt weniger als Berichterstattung, die sich über Monate oder Jahre erstreckt. Wikipedias Relevanzrichtlinie merkt an, dass „anhaltende Berichterstattung ein Indikator für Relevanz ist“, während „kurze Schübe von Nachrichtenberichterstattung Relevanz möglicherweise nicht ausreichend belegen“.
- Anzahl der Medien. Eine AP-Meldung, die in zehn Zeitungen nachgedruckt wird, zählt nach Wikipedias Regeln als eine Quelle, nicht als zehn. Berichterstattung, die sich über mehrere redaktionell unabhängige Medien verteilt, wiegt schwerer.
Was nicht zählt
Folgendes zählt nicht als Quelle, egal wie prominent es wirkt:
- Pressemitteilungen (auch wenn sie von Medien ohne eigene Recherche übernommen werden)
- Agenturmeldungen zu Unternehmensankündigungen
- Routinemäßige Geschäftsmeldungen (Finanzierungsrunden, Personaleinstellungen, Büroeröffnungen, Übernahmen, sofern sie nur routinemäßig gemeldet werden)
- Die eigene Website des Artikelgegenstands, eigene Social-Media-Kanäle oder selbst veröffentlichte Materialien
- Gesponserte Inhalte, native Werbung oder bezahlte Platzierungen
Zuletzt überprüft: 19/05/2026