Wie steuern Sie den Ruf im Internet einer Führungskraft, die für ein Aufsichtsratsmandat rekrutiert wird?
Sorgen Sie für eine korrekte öffentliche Darstellung, bevor die Kandidatur beginnt: ein vollständiges, aktuelles LinkedIn-Profil; eine Unternehmensbiografie mit Person-Schema; ein korrekter, neutral geschriebener Wikipedia-Artikel (falls vorhanden); und ein Knowledge Panel mit der richtigen Rolle und den passenden Zugehörigkeiten. Ergänzen Sie dies durch ein AIQ-Audit, das prüft, wie die großen KI-Engines den Kandidaten beschreiben, damit Faktenfehler korrigiert werden, bevor Prüfer sie sehen.
Mehrere Parteien prüfen die öffentliche Darstellung eines Aufsichtsratskandidaten während der Kandidatur: der Nominierungsausschuss, die Personalberatung (falls involviert), die Stimmrechtsberater (Proxy Advisors), welche die Kandidatenliste bewerten, und manchmal große institutionelle Investoren. Ein Großteil dieser Due-Diligence-Prüfung findet heute online statt. Da die Prüfer dieselben Informationsquellen heranziehen, besteht das Ziel darin, diese Quellen vor der Kandidatur und nicht erst währenddessen korrekt und konsistent zu gestalten.

Die vorzubereitenden Profilebenen
- LinkedIn, vollständig und aktuell, mit klarer Angabe der derzeitigen Rolle und jeglicher bisherigen Erfahrung in der Unternehmensführung (Governance).
- Unternehmensbiografie mit Person-Schema, welche die aktuelle Rolle sowie frühere Aufsichtsrats- oder Governance-Erfahrungen ausweist.
- Wikipedia (falls vorhanden), korrekt und aus neutraler Sicht (NPOV) verfasst, mit besonderem Augenmerk auf alles, was ein Stimmrechtsberater anmerken könnte.
- Knowledge Panel, aktuell, mit korrekten Daten zu Rolle und Zugehörigkeiten. Google gibt an, dass Knowledge Panels automatisch generiert werden und die darin enthaltenen Informationen aus verschiedenen Quellen im Web stammen. Die Genauigkeit hängt also davon ab, dass die zugrunde liegende öffentliche Darstellung korrekt ist.
- AIQ-Audit, eine Überprüfung, wie jede große KI-Engine den Kandidaten beschreibt, mit dem Ziel, Faktenfehler oder falsche Zuordnungen im Vorfeld zu korrigieren.
Zeitplanung
Führen Sie diese Arbeiten sechs bis zwölf Monate vor einer voraussichtlichen Kandidatur durch. Bei einem engeren Zeitplan bestimmt die bereits vorhandene Infrastruktur die Obergrenze dessen, was noch korrigiert werden kann.
Die Vorgehensweisen variieren. Einige Personalberatungen geben an, KI-Tools bereits in der frühen Vorauswahl einzusetzen. Dies ist ein Grund, die Narrative der KI-Engines korrekt zu halten, auch wenn dies keine universelle Regel ist.
Zuletzt überprüft: 19/05/2026