Wie behandelt Wikipedia Unternehmensartikel im Vergleich zu Artikeln über Personen?
Bei Unternehmensartikeln prüft Wikipedia Relevanz, Tonalität und Quellenlage strenger: Sie erfordern unabhängige, ausführliche Berichterstattung, Redakteure entfernen werbliche Formulierungen, und Redakteure wenden die Relevanzkriterien strenger an als bei vielen anderen Themen.
Wikipedia behandelt Unternehmensartikel anders als Artikel über Personen, Orte oder Werke, und dieser Unterschied wirkt sich in der Praxis aus. Wikipedia prüft vor allem drei Punkte: Relevanz, Tonalität und Quellenlage, die bei Unternehmen jeweils strenger bewertet werden als bei vielen anderen Themen.
| Dimension | Unternehmensartikel | Artikel über Personen & andere Themen |
|---|---|---|
| Relevanz | Hier gilt ein höherer Maßstab: Das Unternehmen muss unabhängige, ausführliche Berichterstattung in zuverlässigen Sekundärquellen nachweisen; Pressemitteilungen, gesponserte Inhalte oder Mitteilungen zu Transaktionen genügen nicht. | Wikipedia verlangt signifikante Berichterstattung in zuverlässigen, unabhängigen Sekundärquellen, wendet den Maßstab aber weniger streng an als bei Organisationen und Unternehmen. |
| Tonalität | Wird strenger geprüft: Redakteure entfernen werblich wirkende Formulierungen, subjektive Adjektive, Marketingsprache und die übermäßige Betonung von Auszeichnungen oder Rankings, oft innerhalb weniger Stunden. | Ein neutraler Standpunkt ist weiterhin erforderlich, aber werbliche Formulierungen sind ein selteneres und weniger streng überwachtes Problem. |
| Quellenlage | Die eigene Website eines Unternehmens, seine Pressemitteilungen, gesponserte Inhalte und Agenturmeldungen reichen für die Relevanz nicht aus; Artikel, die sich zu stark darauf stützen, werden zur Löschung vorgeschlagen. | Unabhängige Sekundärquellen werden bevorzugt, während Primärquellen eher für unstrittige Sachdetails herangezogen werden. |
Warum für Unternehmen strengere Kontrollen gelten
Der Grund liegt auf der Hand: Bei Unternehmensartikeln gibt es die meisten Bearbeitungen mit Interessenkonflikten (COI) und die meisten Versuche, werbliche Formulierungen unterzubringen. Deshalb gelten dort strengere Kontrollen. Reputationsarbeit ist möglich, wenn sie diese Kontrollen respektiert; wer sie zu umgehen versucht, kommt nicht zum Ziel.
Zuletzt überprüft: 19/05/2026